Die Gruppenphase der EM 2004
Bei der Europameisterschaft 2004 wollte die deutsche Mannschaft mit dem beliebten Trainer und ehemaligen Torjäger Rudi Völler zeigen wie stark man im europäischen Vergleich ist. Das Turnier begann mit einer starken Leistung und einem etwas unglücklichen 1:1 gegen die Niederlande. Nach einem 0:0 gegen EM-Neuling Lettland setzte sich das deutsche Team selbst gehörig unter Druck, während der letzte Gruppengegner Tschechien bereits qualifiziert war und frei aufspielen konnte. Deutschland verlor mit 2:1 gegen Tschechien und war somit früh aus dem Wettbewerb ausgeschieden. Rudi Völler trat umgehend als Bundestrainer zurück. Tschechien und die Niederlande trennten sich in einem packenden Gruppenspiel 3:2, zogen aber beide in das Viertelfinale ein. England zog als Gruppenzweiter ins Viertelfinale ein. Portugal erholte sich von der Niederlage gegen Griechenland im Eröffnungsspiel und gewann die Gruppe A. Überrschungsmannschaft des Turniers war ganz klar Griechenland unter Trainer Otto Rehhagel. Die Griechen verloren zwar ihr letztes Gruppenspiel gegen Russland mit 1:0, kamen aber aufgrund Spaniens Niederlage gegen Portugal mit 0:1 ins Viertelfinale. Spanien konnte dem Druck ebenso wenig wie die deutsche Nationalmannschaft standhalten und schied früh aus. Die große Überrschung in Gruppe C war das Auscheiden von Italien.
Die Teilnehmer der Gruppen A bis D zur EM 2004
| Gruppe A | Gruppe B | Gruppe C | Gruppe D |
Die Spiele in Gruppe A - EM 2004
Die Spiele in Gruppe B - EM 2004
Die Spiele in Gruppe C - EM 2004
Die Spiele in Gruppe D - EM 2004
Das Viertelfinale
Im Viertelfinale gegen Portugal schoss Michael Owen England in der dritten Minute in Führung. Rooney musste mit einem Fußbruch vom Platz und Portugal gewann die Oberhand. Postiga glich in der 83. Minute aus, und nachdem ein Kopfballtor von Campbell in den letzten Sekunden nicht gegeben worden war, ging das Spiel in die Verlängerung. Rui Costa brachte Portugal in Führung, Lampard glich aus und es kam zum Elfmeterschießen. Beckham jagte den Ball übers Tor. Rui Costa tat es ihm gleich und es kam zum Sudden Death. Den Schuss von Darius Vassell hielt Ricardo, der dann selbst verwandelte und Portugal ins Halbfinale brachte.
Der völlige Außenseiter Griechenland gab sich nicht mit dem Erreichen des Viertelfinals zufrieden und warf Gegner Frankreich aus dem Wettbewerb. Ein Erfolg, das einem Erdbeben gleichkam! Es war ein taktischer Triumph für den in Griechenland als König Otto gefeierten Rehhagel, dessen Mannschaft Les Bleus nur sehr wenige Chancen ließ und mit einem Kopfballtreffer von Charisteas in der 65. Minute gewann.
In der Begegnung Niederlande : Schweden viel in 120 Minuten kein Tor. Van der Sar parierte einen Elfmeter von Olof Mellberg und der 20-jährige Arjen Robben erzielte den Treffer, der die Niederlande in die nächste Runde, das Halbfinale, brachte.
Die Tschechische Republik beeindruckte mit dem deutlichsten Ergebnis des Viertelfinales, einem 3:0 Sieg über Dänemark.
Das Halbfinale
Im Halbfinale trafen Portugal und die Niederlande aufeinander, die beiden Verlierer des Halbfinales der Europameisterschaft 2000. Beflügelt von Figo, gewannen die Gastgeber verdient. Ronaldo brachte Portugal mit einem Kopfball in Führung und ein erstaunlicher Scbhuss von Maniche landete zum 2:0 in der oberen Ecke. Ein Eigentor Jorge Andrade ließ die Niederlande noch einmal hoffen, aber der Vorsprung von Portugal hätte weitaus größer sein können und müssen.
Nachdem Griechenland schon einige Favoriten des Turniers ausgeschaltet hatte, sorgte es mit dem Sieg über die großartigen Tschechen in dem anderen Halbfinale erneut für Aufruhr. Die Begegnung wurde durch ein Silver Goal entschieden, das als Ersatz des unbeliebten Golden Goals eingeführt worden war und bedeutete, dass die Halbzeit der Verlängerung, in der ein Tor fiel, vollständig zu Ende geführt werden muste. Verteidiger Traianos Dellas verwandelte nach einer Ecke mit dem Kopf und den Tschechen blieb keine Zeit mehr zu reagieren. Zum ersten Mal in der Geschichte der Europameisterschaft war nun das Finale eine Wiederauflage des Eröffnungsspiels.
| Datum | Ort | Team 1 | : | Team 2 | Ergebnis |
| 30.06.2004 | Lissabon/ Alvalade | : | 2:1 (1:0) | ||
| 01.07.2004 | Porto/ Dragao | : | 1:0 s.G. |
Das Finale
Das Finale der Europameisterschaft 2004 machte die größte Überraschung aller Zeiten im internationalen Wettbewerb komplett. Ein Kopfball von Charisteas in der zweiten Halbzeit brach den Gastgeber das Herz und holte den EM Tiel 2004 nach Griechenland. Nach einem Spiel mit wenig Chancen sprach der portugiesiche Trainer davon, dass der Druck auf die Mannschaft des Gastgebers zu groß gewesen sei, um die griechische Abwehr mit Kreativität und individueller Stärke zu durchbrechen. In der 78-jährigen Geschichte hatten die Griechen noch nie ein Spiel in einem großen Wettbewerb gewonnen. Griechenlands Trainer Otto Rehhagel hatte das passende Schlusswort für ein Turnier, in dem viele der großen Favoriten enttäuschten: “Die großen Fußballnationen werden kleiner.”
Die Quote zu Beginn des Turniers auf einen Europameister Griechenland war 1:81. Hätte man also 100 EUR auf Griechenland gesetzt, wäre dies mit 8100 EUR belohnt worden.
| Datum | Ort | Team 1 | : | Team 2 | Ergebnis |
| 04.07.2004 | Lissabon/ Luz | : | 0:1 (0:0) |
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